Die Olivenölbar

Tipps für den Kauf von Olivenöl

Schauen Sie sich das Etikett auf der Rückseite genau an. Es gibt Angaben, die der Gesetzgeber vorschreibt, und freiwilige Herstellerangaben.

Suchen Sie nach folgenden Angaben:

  • das Erntejahr (auch: Raccolta, Harvest). Das ist eine freiwilige Herstellerangabe, sie fehlt auf den handelsüblichen Supermarktölen fast immer,
  • welche Oliven wurden verwendet? Das verlangt der Gesetzgeber, aber meist ist das indirekt beschrieben,
  • freiwilige Herstellerangaben (Säuregehalt, Peroxidzahl, ...),
  • das Mindesthaltbarkeitsdatum (vom Gesetzgeber vorgeschrieben).

Das Erntejahr (Raccolta, Harvest) und das Mindesthaltbarkeitsdatum

Auf den Etiketten der in den Supermärkten und Discountern angebotenen Olivenöle werden sie eine Angabe zum Erntejahr fast nie finden. Hersteller hochwertiger Olivenöle nennen immer auch das Erntejahr.

Wichtig ist, den Zusammenhang von Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD) und Erntejahr zu kennen. Da gibt es nämlich keinen. Wichtig ist, ebenfalls zu wissen, dass das Aufdrucken des Mindesthaltbarkeitsdatum bei Abfüllung erfolgt. Olivenöle können in Tanks bei sachgerechter Lagerung über einen sehr langen Zeitraum aufbewahrt werden (also weit über ein Erntejahr hinausgehend).

Bei Abfüllung wird für das Olivenöl in der Regel ein MHD für 12-18 Monate aufgedruckt. Es sagt nichts über den Erntejahrgang aus. Bei Olivenölen ohne aufgedrucktes Erntejahr gibt es folgende Varianten:

  • ein Olivenöl der aktuellen Ernte,
  • eine Mischung von Olivenölen der aktuellen und vorherigen Ernten,
  • Olivenöl oder Mischung aus vorherigen Ernten,

Herkunft der Oliven

Hier wird in der Kennzeichnung in die Trickkiste gegriffen. Bei der Flut von Olivenölen, auch noch in der höchsten Qualitätsstufe, kommt man schnell zum Schluß, dass für das Olivenöl nur Oliven des vermeintlichen Herstellerlandes kommen.

Der Gesetzgeber schreibt aber die Angabe des Ursprungslandes der verwendeten Oliven zwingend vor. Dies ist erkennbar an Formulierungen wie:

  • das Öl ist mit einem DOP/IGP-Zertifikat versehen: die Oliven stammen ausschließlich aus der Region des Landes,
  • 100% aus EU-Land xy: die Oliven stammen ausschließlich aus EU-Land xy,
  • Mischung aus EU-Ländern: die Oliven stammen aus EU-Ländern, es müssen nicht unbedingt Oliven des vermeintlichen Ursprungslandes dabei sein,
  • (Mischung) aus Nicht-EU-Land: die Oliven stammen aus Nicht-EU-Ländern (z.B. Nordafrika).

Solange Sie auf dem Etikett nicht ein DOP/IGP-Zertifikat oder die eindeutige Angabe der 100%igen Herkunft finden, liegen Mischungen vor. Lassen sich Sich nicht in die Irre führen von der Formulierg "Hergestellt in xy".

Generell gilt: je mehr freiwillige Herstellerangaben (Säuregehalt, Peroxidzahl, ...) auf dem Etikett zu finden sind, um so vertrauenswürdiger.

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Tipps für den Kauf von Aceto Balsamico

Ein guter Aceto Balsamico ist immer naturrein, d.h. nur Most und Essig werden verwendet.

Oft finden Sie auf den Etiketten Zusatzsstoffe wie z.B. Zuckerkulör (E150d). Der wird verwendet zum Justieren des Geschmackes und der Farbe. In unseren Breiten wird z.B. der Aceto Balsamico Bianco (auch: weißer Balsamico) gern hell und klar gefärbt, weil ein deutscher Kunde dies bei der Bezeichnung "weiß" eben auch optisch assoziiert.

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Die Olive und die Olivensorten

Weltweit gibt es ca. 5000 verschiedene Olivensorten. Das Hauptverbreitungsgebiet der Olive ist der Mittelmeerraum und der Nahe Osten. Die Größe der Olive variiert von kaffeebohnengroß bis pflaumengroß. Die Ernte der Oliven findet von Ende Oktober bis Ende Dezember statt. Die Olive reift vom grünen Zustand bis hin zum dunkel oliven, schwarzen Reifegrad.

Oliven werden entweder als Tafeloliven genutzt oder für die Gewinnung von Olivenöl verwendet, aber auch als Mischform. Im Fall von Tafeloliven werden Sie nach der Ernte eingelegt (jeder Hersteller hat sein Haus-Rezept). Es gibt zwei klassische Methoden:

  • in Salzlake eingelegt (in salamoia) oder in Öl,
  • in Öl, oft als denocciolate zubereitet, d.h. entkernt, dann meist in Kombination mit Kräutern und Gewürzen. Da die Oliven hierfür verletzt werden, weil sie entweder gefüllt oder mariniert werden, macht es keinen Sinn, sie in Salzlake einzulegen, da sie sonst zu salzig werden. Gute Hersteller legen sie in ihrem eigenen Olivenöl ein. Billigware wird meistens in Sonnenblumenöl eingelegt.

Für Sie als Verbraucher ist eigentlich nur wichtig: es gibt keine frischen Oliven. Die Olive wird nur einmal im Jahr geerntet (Oktober - Dezember). Oliven, die als Tafeloliven verwendet werden, müssen vor der Verzehrfähigkeit behandelt, d.h. in der Regel eingelegt werden. Und Oliven müssen nach der Ernte immer konserviert werden.

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DOP-Siegel und DOP-Regionen

Der Begriff DOP (italienisch: Denominazione origine protetta, englisch: DPO = Denomination of protected origin) steht im Deutschen für geschützte Herkunft. Es ist ein Gütesiegel, das für Lebensmittel ein bestimmtes Herkunftsgebiet kennzeichnet und ein Produkt hoher Qualität auszeichnet.

Im Bereich Olivenöl werden in den Erzeugernländern entsprechende Zonen ausgewiesen. Für diese Zonen legt der Gesetzgeber fest

  • welche Olivensorten verwendet werden dürfen,
  • wie hoch die chemisch nachweisbare Qualität des Olivenöls sein muss (Säuregehalt, Peroxidzahl, Polyphenolgehalt, etc.),
  • wie hoch die erzeugte Menge an Olivenöl sein darf.

Für den Endverbraucher soll dies gewährleisten,

  • hohe Qualität des Produkts (im Fall des Olivenöls deutlich höhere Anforderungen, speziell Säuregehalt, Peroxidzahl und Gehalt an Polyphenolen),
  • garantierte Regionalität des Produkts (d.h. keine Oliven aus anderen Regionen des Erzeugerlandes geschweige denn importierte Oliven).
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Haltbarkeit von Lebensmitteln

Das Lebensmittelrecht kennt zwei wesentliche Kennzeichen bezüglich Haltbarkeit und Verzehrfähigkeit von Lebensmitteln. Es sind dies:

  • die Mindesthaltbarkeit,
  • das Verbrauchsdatum.

Verbrauchsdatum

In unseren Breiten wird das Mindesthaltbarkeitsdatum nach wie vor mit dem Verfalls- bzw. Verbrauchsdatum verwechselt bzw. gleichgesetzt.

Mit dem Verbrauchsdatum werden Lebensmittel gekennzeichnet, die nur sehr kurze Zeit bei entsprechender Lagerung haltbar bzw. sehr schnell verderblich sind. Hierzu gehören zum Beispiel Frischfisch, Hackfleisch. In der Gesamtheit aller Lebensmittel ist das aber nur ein sehr geringer Anteil, der betroffen ist. Der Verzehr solcher Lebensmittel wird nur bis zum aufgedruckten Datum garantiert und festgelegt. Sie dürfen nach Ablauf nicht mehr in den Handel gebracht werden.

Mindesthaltbarkeit

Der Großteil der Lebensmittel ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD) versehen. Es ist geregelt im §9 der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Mit dem MHD garantiert der Hersteller die optimale Qualität des Produkts bis zum aufgedruckten Datum. Nach Ablauf des Datums ist das Lebensmittel weiterhin verzehrfähig und hat in der Regel wenig Einschränkungen in der Qualität. Ein einfaches Beispiel: Joghurt, dessen MHD ein Tag oder länger (vielleicht eine Woche oder mehr) überschritten ist, kann man bei sachgerechter Lagerung weiterhin essen, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.

§9 regelt in Absatz 5 aber auch für welche Lebensmittel kein MHD angegeben werden muss. Dazu gehören zum Beispiel u.a. frisches Obst und Gemüse (Anmerkung: was ist frisch?), alkoholische Getränke, Speisesalz, Zucker.

Aber auch bei Backwaren und Speiseeis in Portionspackungen ist kein MHD nötig. Bei letzterem könnte es daran liegen, dass einfach der Platz auf der Verpackung nicht ausreicht oder man müsste einen Beipackzettel analog von Medikamenten anhängen. Das könnte man zumindest beim Studium der Zutatenliste der größeren Familienpackung vermuten.

Lebensmittel, deren MHD überschritten ist, dürfen weiterhin - mit angemessenem Abschlag - verkauft werden. Es obliegt dem Händler wie viel Abschlag er gewährt.

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Aus der Welt der Gesetze und Verordnungen

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Das Olivenöl in der Küche (Fakten und Legenden)

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